Der MEDI-Verbund Berlin macht zurzeit mit Plakaten auf die Rationierungsmaßnahmen der Krankenkassen, die auf dem Rücken von Ärzten und Patienten ausgetragen werden, aufmerksam. Hier geht's zum Internetauftritt:
Samstag, 16. März 2013
Weg mit den Richtgrößen!
Mittwoch, 18. April 2012
Traumjob auf Versichertenkosten
Für vier Arbeitstage im Monat erhält der Geschäftsführer des ehemaligen Bundesverbandes der Innungskrankenkassen (IKK) in Bergisch-Gladbach 10.000 Euro netto monatlich, plus Nebenkostenpauschale von 1.000 Euro – bei freier Zeiteinteilung. Für einen Teil der Aufgaben könne der Geschäftsführer sogar noch eine Rechtsanwaltskanzlei in Düsseldorf beauftragen, an der er selbst beteiligt ist – für monatlich noch mal 15.000 Euro. Den haarsträubenden Fall prangert der Bundesrechnungshof in einem gestern vorgelegten Prüfbericht an.
Da ist das Geld der Versicherten wirklich gut angelegt.
Montag, 21. Februar 2011
Klassische Fehlallokation
Deutsches Ärzteblatt: Nachrichten "Ambulante Versorgung psychisch Kranker unterfinanziert"
Auf eine Unterfinanzierung der ambulanten Betreuung psychisch Kranker hat der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) hingewiesen. „In der Vergangenheit wurden in psychiatrischen Kliniken massiv Behandlungsplätze abgebaut. Die frei gewordenen finanziellen Mittel wurden aber nicht genutzt, um die Patienten vermehrt von niedergelassenen Nervenärzten und Psychiatern behandeln zu lassen“.
Budgets cuts could increase ER visits for mental health patients - Live5News.com
If certain budget cuts are approved, local mental health officials say it is likely that people with psychological problems will be forced to turn to emergency rooms for treatment. According to the National Alliance on Mental Illness, a single emergency room visit costs $2,400, the same price of treating a person for an entire year at a community mental health center.
Die USA sind uns mal wieder um Jahre voraus.
Sonntag, 30. Januar 2011
Wo bleibt das Geld der Beitragszahler? Die Kassen verbrennen es im Fusionsreaktor.
Zahlen lügen nicht: Krankenkassen-Fusion als Kostentreiber
Der Bundesrechnungshof hat in einem Bericht festgestellt, dass bei vielen Fusionen Personal- und Verwaltungskosten eher ansteigen und nicht sinken. In dem Bericht sind 32 Fusionen zwischen 2007 und 2009 überprüft worden, nur bei einer sanken die Verwaltungskosten. Fusionen führen auch langfristig nicht zu einer Reduzierung der Verwaltungskosten.
Ich frage mich, ob es sich dabei um einen linearen, oder um einen exponentiellen Zusammenhang handelt. Im zweiten Fall dürften die Kosten schnell gegen Unendlich gehen.
Beim Bundesrechnungshof selbst habe ich übrigens nichts dazu gefunden.
Die Vermutung des Bundesgesundheitsministeriums, "auch durch geeignete Fusionen können wirtschaftlichere Leistungseinheiten entstehen", scheint jedenfalls nicht ganz zutreffend zu sein. Nicht gerade evidenzbasiert, die Gesundheitspolitik. Die kann und darf sich da sowieso nicht einmischen.
Dienstag, 14. Dezember 2010
Wo bleibt das Geld der Versicherten? Es sind Bürokraten am Werk
Wenn im Gesundheitssystem ein Problem auftaucht, dann verfügen unsere medizinischen und politischen Führungskräfte nur über ein stereotypes Reaktionsmuster:
1. Anstatt mit den beteiligten Experten selbst nach einer Lösung zu suchen, wird eine zusätzliche, externe Behörde geschaffen oder erweitert.
2. Diese Behörde produziert neue Vorschriften und Anweisungen, die, zusätzlich zu den bereits bestehenden Kosten und der bereits zu leistenden Arbeit, Kosten und Arbeitsbelastung im Gesundheitssystem noch steigern. Und:
3. Bei diesem Prozess wird jede Menge Geld, das aber andere aufbringen müssen, verbraten.
Nein, dabei geht es nicht um die neuen Kodierrichtlinien. Passt aber dazu wie die Faust auf's Auge. Hier das Originalzitat:
Giving Medical Students Their First Taste of Bureaucracy
When a problem becomes apparent in healthcare, our medical and political leaders have only one fixed, reflexive pattern of response:
1. Create or expand an outside agency or organization rather than working directly with the healthcare experts involved;
2. Have that outside agency create new mandatory requirements that add to the total amount of work and expense already present in the healthcare system; and
3. Spend a bunch of other people’s money in the process.
Freitag, 4. Juni 2010
Eine kritische Behörde
Der bisherige Leiter des "Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (IQWiG) hatte gewisse Probleme mit Auftragsvergaben und Dienstwagen. Seine Ablösung hatte aber damit nichts zu tun, sondern sie soll Ergebnis einer "lang geplanten Aktion" sein.
Der neue Chef des Instituts ist ganz bestimmt keine Marionette der Gesundheitspolitik. Er hatte bisher eine leitende Funktion beim medizinischen Dienst der Krankenkassen und soll deren Wunschkandidat gewesen sein.
Immerhin engagiert er sich in der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e. V. Mal sehen, was er beim IQWiG daraus macht.
Dienstag, 9. März 2010
Arme Kassen - reiche Vorstände
Wo bleibt das Geld der Beitragszahler?
Krankenkassen - Chefs streichen saftige Boni ein - sueddeutsche.de
Trotz Finanzkrise und knapper Beitragseinnahmen sind die Gehälter vieler Vorstände der gesetzlichen Krankenkassen 2009 offenbar deutlich gestiegen
217.000 € werden dabei noch als "sehr angemessen" bezeichnet...
Also: wenn ich Ihnen übermorgen als verlängerter Arm Ihrer Kasse wieder die "Praxisgebühr" abknöpfe, dann wissen Sie hoffentlich Bescheid. Es handelt sich um eine Kassengebühr.
Sonntag, 28. Februar 2010
Teure Privatpatienten
Nach einer Umfrage der Stiftung Warentest haben fast zwei Drittel der Befragten beim letzten Tierarztbesuch bis zu 100 Euro ausgegeben. Knapp ein Fünftel gaben zwischen 101 und 300 Euro an.
Folgerichtig muss bei der eigenen Gesundheit gespart werden:
Ein Quartal beim Psychiater beispielsweise kostet nur rund 50 Euro. Und die müssen nicht mal bar auf den Tisch des Hauses.
Wenn das kein Schnäppchen ist...
Mittwoch, 24. Februar 2010
Die Gehälter der Kassenbosse
Wenn das nicht für Gesprächsstoff im Wartezimmer sorgt: Die Gehälter vieler Krankenkassen-Chefs sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. An der Spitze der Gehaltsskala liegt Norbert Klusen. Der Chef der Techniker Krankenkasse erhält 270.979 Euro im Jahr. Auf Platz zwei der Kassen-Topverdiener liegt DAK-Vorstand Herbert Rebscher. Sein Jahresgehalt erhöhte sich laut DAK-Pressesprecher im vergangenen Jahr um rund 4.000 Euro auf insgesamt 235.287 Euro, berichtete „Arzt am Abend“ gestern.
Den ausführlichen Bericht über dieses Thema hat die Redaktion von facharzt.de als „Sonderdruck“ aufbereitet – dieser kann beliebig vervielfältigt, verbreitet oder in der Praxis für die Patienten aufgehängt werden. Laden Sie die Datei hier herunter.
Sonntag, 7. Februar 2010
Teures Bürokratie-Chaos
Da wir gerade bei den explodierenden Verwaltungskosten sind - die Zusatzbeiträge für Krankenkassen könnten die Kettenreaktion noch beschleunigen:
Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sieht noch ein weiteres Problem. „Es droht auch ein teures Bürokratie-Chaos, allein weil der Wechselnde ständig neue Versichertenkarten braucht.“
Wasem? Der Inhaber des Lehrstuhls für Medizin-Management der Universität Duisburg-Essen war einer der Konstrukteure des Fondsmodells. Er war auch aktiv beteiligt an der grottenschlechten Umsetzung der Regelleistungsvolumina.
Oder sie wollen mit dieser Finte den Online-Stammdatenabgleich über die "Gesundheitskarte" in den Markt drücken (und damit in die Arztpraxen verlagern). Zutrauen würde ich denen das ohne weiteres.



















