Jobkiller Gesundheitsreform
Es gab 2005 mal eine "Gesundheitsreform".
Nach Umfragen sind durch die von der SPD, den Grünen und der CDU/CSU gemeinsam beschlossene Gesundheitsreform vor allem in Arztpraxen über 100.000 Arbeitsplätze verlorengegangen. Manche schätzen sogar, dass bis zu 140.000 Arbeitsplätze wegrationalisiert wurden, während die Arbeitsbelastung für das verbliebene Personal weiter angestiegen ist und viele Services für Patienten reduziert werden mussten.
Hat irgendwie keiner gemerkt... und keiner denkt daran, dass es jetzt wieder so kommen könnte.
Wieviele Beschäftigte gab es 2024 in den Arztpraxen?
Im Jahr 2024 gab es in den deutschen Arztpraxen insgesamt rund 738.000 Beschäftigte.
Quelle: Genesis - Destatis online
Die Beschäftigtenzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr 2023 nur leicht um rund +4.000 Personen bzw. +0,5 % an. Damit verzeichneten die Arztpraxen ein deutlich schwächeres Personalwachstum als beispielsweise Krankenhäuser (+1,7 %) oder die ambulante Pflege (+2,6 %). Der Sektor ist stark weiblich geprägt; der Frauenanteil unter den Beschäftigten in den Praxen liegt bundesweit bei über 70 %.
Jetzt gibt es wieder eine "Gesundheitsreform".
Wir erleben ärztliche Fachgruppen mit Umsatzverlusten von deutlich mehr als zehn Prozent. Beim Einkommen ist der Verlust dann entsprechend noch größer. Das bleibt nicht ohne Folgen. Wir sehen bereits Kündigungen bei den MFA. Das ist letztlich eines der wenigen Mittel, die Praxen haben, um zu reagieren. Die Versorgung wird sich verändern. (...) In einer personalintensiven Branche können Praxen auf solche Einschnitte vor allem mit Personalabbau reagieren. Und weniger Personal bedeutet zwangsläufig weniger Leistung und weniger Termine. Das ist keine Trotzreaktion der Ärztinnen und Ärzte oder Psychotherapeuten, sondern politisch so auf den Weg gebracht und billigend in Kauf genommen worden.
KBV-Chef Dr. Gassen im Interview mit dem ÄND, 3.9.2026 (€)
Mehr als zehn Prozent Honorarverlust dürften zu mehr als zwanzig Prozent Stellenabbau führen. Das heißt, dass in den nächsten Monaten mindestens so um die 150.000 Stellen (meist Frauen) abgebaut werden müssen.
Tja, herzlichen Glückwunsch, Frau Gesundheitsministerin aD Warken (CDU).
Und Ihren verzweifelten Ruf nach einer Termingarantie, lieber Herr Professor Lauterbach (SPD), können Sie daher ungehört verhallen lassen - es ist vielleicht bald niemand mehr da, der Sie hören könnte.
Soulfood: Ministry - We Hate