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Wahnsinnswoche 2016:42

In dieser Woche 129 Patientenkontakte und 14 Terminausfälle.


Bericht über die Selbsthilfe-Kontaktstelle in Wuppertal.


Liebes Jobcenter: Wenn einer meiner Patienten im Juni alle nötigen Unterlagen zur Berechnung des Leistungsanspruchs nachweislich einreicht und ihr dann im September die gleichen Unterlagen nochmal haben wollt (weil sie bei euch verschollen sind), dann im Oktober aber schonmal vorsorglich die Leistungen einstellt, dann habe ich dafür keinerlei Verständnis. Schon gar nicht, wenn es sich um einen Menschen mit schwerer Depression, massiven Existenzängsten und latentem Lebensüberdruss handelt. Beim nächsten Mal melde ich sowas der Krankenkasse, damit die bei euch einen sonstigen Schaden geltend machen kann.


Liebes Versorgungsamt (und anhängende Gutachter): Ich weiß ja, dass psychische Erkrankungen in den Bewertungsrichtlinien grundsätzlich schlechter bis gar nicht bewertet werden, weil ihr euch vorrangig auf körperliche Gebrechen eingestellt habt. Aber einem schwer angstkranken, depressiven und von Existenzsorgen geplagten Menschen lapidar mitzuteilen, er hätte keine Anfälle im Sinne des Gesetzes (Krampfanfälle vs. Angstanfälle), und ihm die Notwendigkeit einer Begleitperson abzusprechen (obwohl er die Wohnung seit Monaten und auf absehbare Zeit auch zukünftig) nur mit Begleitperson verlassen kann, das ist schon frech.


Ein neues Antipsychotikum (ITI-007, Lumateperone) ist in Entwicklung und soll bei Studien ähnlich gut wirksam wie beispielsweise Risperidon sein, aber kaum Nebenwirkungen haben. Allerdings soll in einer weiteren Studie auch die Wirksamkeit auf Placeboniveau liegen.


Der Placeboeffekt bei Antidepressiva soll nun doch wohl überschätzt worden sein.


Die Zusammenhänge zwischen Gehirntätigkeit und Körperfunktionen (Bluthochdruck, Diabetes, Stressreaktionen) werden weiter erforscht. Speziell der motorische Kortex ist an der Steuerung der Nebenniere beteiligt, und kognitive und emotionale (kortikale) Vorgänge beeinflussen vegetative Reaktionen im ganzen Körper.


Donnerstag, kurz nach drei. Plötzlich kein Telefon, kein Internet: DSL-Verbindung tot. Um vier die Störungsannahme der Telekom angerufen, Rückruf wurde bis fünf versprochen. Um sieben Uhr noch kein Rückruf, also nochmal nachgefragt. Ja, erm, ein Datenbankfehler. Sollte Freitag früh behoben werden. Freitagmittag: immer noch kein DSL. Beim Nachbarn mal angefragt: ja, da war das gleiche Problem um die gleiche Uhrzeit. Wurde Freitag früh behoben (irgend ein Bauteil im Verteilerkasten hundert Meter entfernt). Hm. Der Nachbar hat einen Privatkundenanschluss, ich einen Geschäftskundenanschluss mit 24-Stunden-Entstörservice. Und dessen Techniker wusste offenbar nix von meinem Problem (Luftline drei Meter entfernt). Also wieder die Hotline angerufen: leider könne man Freitag nichts mehr machen. Samstag um 12 kam dann ein freundlicher Techniker, der das Problem nach 45 Stunden innerhalb von 20 Minuten lösen konnte: Bauteil im Verteilerkasten ausgetauscht. Werde mal bei der Telekom nachfragen, ob es unter diesen Umständen nicht besser ist, einen Privatkundenanschluss zu buchen...


Syrische Kriegsflüchtlinge (Familie mit minderjährigen Kindern) in Begleitung einer ehrenamtlichen Helferin. Bisschen Englisch, ansonsten nur Zeichensprache. Im zwei Wochen alten Bescheid des Bundesamtes für Migration wird die freiwillige Rückkehr ins Kriegsgebiet innerhalb von 30 Tagen nahegelegt, sonst... Bei konkreten Hinweisen auf Ausreisehindernisse brauche ich aber Zeit für die sachgerechte Prüfung, wie vom Innenminister gefordert. Also kurze Info für den Rechtsanwalt mit Antrag auf Fristverlängerung, Termin im November angeboten. Kontext: [1] [2]


"Wahnsinn" im Netz: meist unreflektiertes Danebenreden. Kontextbeispiele: 10x Sport, 3x Theater, 3x Immobilien, 3x Film, je 1x Kernfusion, Finanzmärkte, Computerspiele, Straßenverkehr, Buchmesse, Post, Lokalpolitik, Sonnenfinsternis 2017, lokale Possen (hab auf der dritten Seite aufgehört). Immerhin ein Hinweis auf einen Fernsehfilm über die Schizophrenie!

Onlineforum »Forum der Psychiatrie«

Asmus Finzen und Jochim Meyer, Vorstand der Angehörigen von Hamburg haben ein Projekt zum Austausch von Profis mit eigener Angehörigenerfahrung ins Leben gerufen. Das Forum ermöglicht es allen Angehörigen psychisch kranker Menschen, sich über ihre Erfahrungen, Fragen und Sorgen auszutauschen. Außerdem soll es speziell allen Angehörigen eine Plattform geben, die zugleich selbst professionell in der Psychiatrie arbeiten.

Das Forum bietet die Möglichkeit zu vertraulicher Diskussion und Berichten über die Eigenerfahrung als »Mitnutzer« der Psychiatrie, über den Umgang der Psychiatrie mit Patienten und Angehörigen, über die Beobachtungen, die man bei oft jahrelanger Begleitung eines psychisch kranken Menschen gemacht hat, über Vorstellungen, was in der Psychiatrie besser sein könnte. Beiträge aller weiteren Interessenten, Betroffene, Fachleute, sind willkommen.

Zum Forum der Psychiatrie

Selbsthilfegruppe ADHS Wuppertal-Elberfeld

Wir sind ein Zusammenschluss von erwachsenen ADS/ADHS-Betroffenen und Nichtbetroffenen welche sich regelmäßig in Wuppertal-Elberfeld trifft, um Informationen und Erfahrungen im Umgang mit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Wenn Sie sich also ebenfalls von ADS/ADHS betroffen fühlen und den Austausch mit Anderen suchen oder wenn Sie sich allgemein für dieses Thema interessieren, sind Sie uns jederzeit herzlich willkommen. Schauen Sie doch einmal bei einem der nächsten Informationsabende vorbei. Diese finden an jedem ersten Dienstag im Monat von 19:00 bis 20:00 Uhr im Verwaltungsgebäude (Rathaus) Elberfeld statt.

Um unsere Raumplanung zu unterstützen, bitten wir Sie um eine kurze Anmeldung über die E-Mail-Adresse unter Kontakte.

Bitte beachten Sie: Aus organisatorischen Gründen ist es uns wichtig, vorab Zeit für Ihre Fragen zu haben! Die Selbsthilfegruppe kann erst NACH der Teilnahme an einem Info-Abend besucht werden.

Edit 3.1.2014: Auf der Homepage ist heute zu lesen, dass sich die Selbsthilfegruppe ADHS Wuppertal und der Infogesprächskreis für Erwachsene zum 03.01.2014 aufgelöst haben.