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Wahnsinnswoche 2018:38

In dieser Woche 222 Patientenkontakte und 11 Terminausfälle. Bis zum 10.12.2018 sind leider keine Termine mehr frei und ich verabschiede mich bis zum 8.10. in den Urlaub.


Nach einer Empfehlung des Deutschen Ethikrats zu den "Potenzialen von Big Data im Gesundheitsbereich" (S. 263) werden die Grundrechtsträger, d. h. die in Deutschland lebenden Menschen, zu "individuellen Datengebern" reduziert.

Die DSGVO hingegen soll Freiheitsrechte und Selbstbestimmung des Einzelnen schützen.


A gloomy picture of a future where tech companies possess the ability to read and store human thoughts. Schon jetzt können eine Reihe verschiedener Gedanken ausgelesen werden. Vielleicht ein erster Schritt in die Unsterblichkeit? Einfach ein Backup in die Nirvana-Cloud hochladen (Blockchain nicht vergessen!) und die liebe Familie über das IoT aus dem sprechenden Kühlschrank erschrecken. Oder auf einen Klon übertragen. Wird aber nicht funktionieren. Oder vielleicht doch?


Soulfood: Five Finger Death Punch - Wash It All Away (Explicit)

Wahnsinnswoche 2018:37

In dieser Woche 206 Patientenkontakte und 12 Terminausfälle. Bis zum 3.12.2018 sind leider keine Termine mehr frei.


"Der verbale Weg von der Simplifikation zum Vorurteil und vom Angstbild zur Feinbildrhetorik ist ein sehr direkter Sprachweg."


Aus der Kategorie "Früher war alles besser", heute: "Das Auftreten gegen das 'Establishment' ist mittlerweile zu einem Kernbestand des hybriden Populismus geworden."

Früher hieß das mal Punk. Und heute? Immerhin lebt Iggy Pop noch...


Nach Auffassung der KVNo setzt der Referentenentwurf zum Terminservice- und Vermittlungsgesetz (TSVG) einseitig auf Reglementierung und Bürokratie, gleichzeitig werde der gravierende Mangel an personellen und finanziellen Ressourcen in der ambulanten Versorgung ignoriert. Die Umsetzung der geplanten Neuregelungen bedürften „einer aufwändigen Kontrollbürokratie, die eines freien Berufes unwürdig ist“.

Die KVBB bezeichnet den Referentenentwurf als Angriff auf die Freiberuflichkeit und auf die demokratische Selbstbestimmung der Selbstverwaltungen.


Nach einer Meldung auf aend (paywall) drohte Jens Spahn, CDU-Gesundheitsminister, im Alter von 21 Jahren ein öffentliches Outing durch Parteifreunde. Dass Homosexualität (bis vor einigen Jahren?) in einer konservativen Partei ein schlimmes Kompromat darstellt(e), ist zwar schlimm und nicht mehr zeitgemäß, aber die Hürde hat er dann ja souverän genommen. Alle Achtung!

Heute planwirtschaftliche Bürokratieherrschaft in einen freien Beruf zu injizieren, sollte jetzt eigentlich zum Parteiausschluss führen ;-)

Was mir mehr Sorgen macht, ist sein unfreiwilliges coming out zur musikalischen Präferenz. Schlager zum Frühstück? WTF!


Wahnsinn in den Medien: 9x Sport, 2x Tor-Wahnsinn, 1x Fernsehkritik, 1x Gehälter im Fußball, 1x Selfie-Wahnsinn, 5x Aktien-Wahnsinn, 1x Horror, 2x Computerspiele, 2x Smartphone-Wahnsinn, 1x Preis-Wahnsinn bei Apple, 1x bitcoin-Wahnsinn, 1x die DSGVO als Wahnsinn, 1x Tatort, 1x Wahnsinn im Rechenzentrum, 1x Wahnsinnsschauspieler aus Wuppertal. Kein einziger passender Eintrag.


Rehaanträge bei der DRV erleiden ein unterschiedliches Schicksal. Meist werden sie innerhalb von sechs bis acht Wochen beschieden, aber nicht selten dauert es SIGNIFIKANT länger: Rehaantrag im Oktober 2017, Ablehnung und Widerspruch im Dezember, Untersuchung durch einen Gutachter im Februar 2018. Danach: Funkstille. Im August haben wir dann eine Frist gesetzt und siehe da: die Reha wurde vorgestern bewilligt. Also: nicht aufgeben!


Dazu passend etwas Soulfood: Dub Fx - Don't Give Up

Wahnsinnswoche 2018:36

In dieser Woche 149 Patientenkontakte und 17 Terminausfälle. Bis zum 19.11.2018 sind leider keine Termine mehr frei.


Bedienstete des Versorgungsamtes: nachdem ich euch am 1.3.2018 pünktlich den angeforderten Befundbericht zugeschickt habe, wolltet ihr am 13.4.2018 noch eine Zusatzfrage beantwortet haben.

Leider habt ihr vergessen, die Frage auch zu stellen, sodass ich euch höflich gebeten habe, sie zu formulieren. Am 30.5.2018 habt ihr mich an die Beantwortung der (immer noch nicht gestellten) Frage erinnert und auf meine erneute Bitte, die Frage nun endlich zu formulieren, wieder nicht reagiert.

Am 27.8.2018 habt ihr dann einen Bescheid erlassen und euch darin darüber beschwert, die von mir zugesandten Befundberichte (Mehrzahl) hätten "eine andere Person betroffen". Frechheit. Ihr legt den von mir übersandten Befundbericht in euren Akten nicht richtig ab und behauptet, ich hätte euch den Falschen zugeschickt? (Den Richtigen habe ich immer noch in Kopie in meinem PVS.)

Ich lasse das mal auf sich beruhen, weil "die betroffene Person" in diesem Fall keinen Nachteil davon hatte. Wenn sowas aber nochmal vorkommt, lasse ich das nicht auf mir sitzen.


Eine einzelne Dosis Cannabidiol könnte psychotische Symptome lindern und zu einer Normalisierung der Hirnfunktion beitragen. Andererseits gibt es deutliche Hinweise, dass die Droge bei Menschen, die bereits unter einer Schizophrenie leiden, die Symptome verschlechtert.


Für die Schizophreniebehandlung im Akutfall konnte jetzt eine in The Lancet/Psychiatry publizierte Metaanalyse zeigen, dass Antipsychotika die Sterblichkeit im Prinzip nicht negativ beeinflussen. Ausnahme: demente Patienten.


Soulfood: Soap & Skin - Marche Funebre (DJ Koze Remix)

Wahnsinnswoche 2018:35

In dieser Woche 179 Patientenkontakte und 16 Terminausfälle. Bis zum 12.11.2018 sind leider keine Termine mehr frei.


Da ist man eine Woche weg, und schon bricht montags das Chaos aus: Massenandrang den ganzen Tag über. Mit allen Restarbeiten war ich gegen 21 Uhr fertig...


Und dann war da am Montag noch der Brief der Prüfungsstelle der Ärzte und Krankenkassen Nordrhein. Die wollen mich für ein Medikament, das ich 2014-2016 (!) einem Patienten verschrieben hatte, mit einem vierstelligen Betrag zur Kasse bitten. Weil der gemeine Bundesausschuss es seinerzeit von der Liste der erstattungsfähigen Medikamente gestrichen hatte. Blöderweise vertrug der Betreffende keine anderen Antidepressiva...

Ich hab den Prüfantrag erstmal zurückgewiesen:

Im vorliegenden Fall erfolgte eine psychiatrisch psychopharmakologische Behandlung wegen teils schwer depressiver Symptome zwischen April 1998 und April 2016.

Ab Juni 2006 erfolgte eine antidepressive Behandlung mit Reboxetin (TMD 10 mg). Darunter trat bis Mai 2011 eine ausreichende Stabilisierung ein. Der Versuch, Reboxetin durch Duloxetin (TMD 60 mg) zu ersetzen, scheiterte im Juni 2011 an erheblichen UAW (Übelkeit mit Erbrechen). Auch der zweite Versuch, Reboxetin durch Venlafaxin (TMD 75 mg) zu ersetzen, scheiterte im Juli 2011 an erheblichen UAW (Übelkeit mit Erbrechen), und es entwickelte sich eine schwer depressive Symptomatik. Diese ließ sich nur durch erneute Behandlung mit Reboxetin (TMD 8 mg) dauerhaft unterbrechen.

Ich habe daher im genannten Zeitraum (28.7.2014-4.4.2016) von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, nach § 31 SGB V, Absatz 1, in Verbindung mit § 16 AM-RL (pdf), Absatz 5, ein Arzneimittel, das auf Grund der Richtlinien nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 von der Versorgung ausgeschlossen war, ausnahmsweise im medizinisch begründeten Einzelfall mit Begründung zu verordnen. Die Rechtsgrundlage ist auf den Rezepten vermerkt.


Gehirnwäsche mal anders: The TRUTH Why Modern Music Is Awful.


Der Wuppertaler Krisendienst lädt ein zum Suizidpräventionstag am 10.09.2018 um 17.00 Uhr, im Zentrum für Pflege und Betreuung am Arrenberg, Ernststraße 34 in Wuppertal. Programm (pdf)


Methylphenidat kann bei Kindern und Adoleszenten Halluzinationen und andere psychotische Symptome auslösen.


Versicherte stellen ambulanter Versorgung gutes Zeugnis aus.


Phänomenaler Tarifabschluss: Der Orientierungswert wird zum 1. Januar 2019 auf 10,8226 Cent angehoben (aktuell 10,6543 Cent). Damit steigt die Vergütung für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen um rund 1,58 Prozent.


Soulfood: The Prodigy - The Day Is My Enemy

Und nochmal das Ganze: Live in Russia