Skip to content

Neues vom Sozialgericht

2006 hatte ich wegen der Honorarbescheide des Jahres 2005 gegen die KVNo geklagt und 2010 in erster Instanz verloren. Das zweitinstanzliche Landessozialgericht hatte mich im Herbst 2011 zum Termin am 15.2.2012 geladen. Die Ladung ist jetzt aufgehoben worden, weil die KVNo zunächst die Urteilsbegründung in dem Verfahren, in dem das Bundessozialgericht die Rechtswidrigkeit der Honorarverteilung in den Jahren 2005 bis 2008 festgestellt hatte, abwarten möchte.

Es könnte also wieder Herbst werden, bevor ich erfahre, wie es weiter geht.

Nehmen Sie brav Ihre Pillen?

Nein? Sie lassen gern schonmal was weg? Demnächst wird man Ihnen mit Hightech auf die Schliche kommen, und Ihre Paranoia wird noch ein bischen realer.

In einem Pilotversuch sollen essbare Mikrochips erprobt werden, die Ihre Angehörigen oder den Pflegedienst (später vielleicht auch Ihre Krankenkasse) alarmieren, wenn Sie Ihre Pillen nicht zuverlässig schlucken. Dazu kommen dann noch "detaillierte Patientendaten", wie etwa das Schlafmuster und körperliche Aktivitäten - "Intimwissen" sozusagen, wenn man den Ausführungen der Marketingexperten Glauben schenkt.

Wo bleibt das Geld der Beitragszahler? In der Verwaltung.

Wo bleibt nochmal das Geld der Beitragszahler? Gesundheitsminister Bahr kann sich nicht mit solch banalen Fragen abgeben: er "ließ durch eine Mitarbeiterin ausrichten, er habe keine Zeit sich mit den Ergebnissen der Studie zu beschäftigen".

Welche Studie? Die Unternehmensberatung A.T Kearney fand mit einer selbst finanzierten Studie jetzt heraus, dass die Verwaltungskosten im öffentlichen deutschen Gesundheitssystem im Jahr 2010 tatsächlich 40,4 Milliarden Euro betragen haben. Darüber hinaus kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass 68 Prozent der gesamten Verwaltungskosten bzw. 27,5 Milliarden Euro durch die GKV verursacht werden. Das entspricht einem tatsächlichen Verwaltungsaufwand von 15,6 Prozent bezogen auf die 176 Milliarden Euro Gesamtausgaben. Dieser Verwaltungskostenanteil ist um den Faktor 2,9 größer als die von der GKV offiziell berichteten Verwaltungskosten von 5,4 Prozent bzw. 9,5 Milliarden Euro.

Unterm Strich wird derzeit bereits jeder vierte Euro Ihres Kassenbeitrages für Verwaltung ausgegeben. Für so schöne Sachen wie das Antragsformular für das Antragsformular, oder den Austausch von Bindestrichen durch Spiegelstriche auf Rezepten. Künftig sollen wir auch noch den Versichertenstammdatenabgleich für die kranken Kassen übernehmen...

Jetzt wissen Sie, warum Ihr Arzt immer weniger Zeit für Sie hat.

Und noch etwas: 49 Krankenkassen (also 32 % aller Krankenkassen) versichern 95 Prozent aller Versicherten. Nur fünf Prozent der Versicherten sind Mitglieder der restlichen 106 deutschen gesetzlichen Krankenkassen. Da stecken noch enorme Effizienzreserven.

Einen Sonderdruck der Zeitschrift "Durchblick Gesundheit" zu diesem Thema finden Sie hier als Download.