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Der Barbier, das Geheimnis, und das Erdloch

Einer Studie zufolge nehmen Patienten die ihnen verordneten Medikamente zuverlässiger ein, wenn sie von ihren Ärzten darüber gut aufgeklärt werden, wenn sie zuvor keine schlechten Erfahrungen mit diesen Medikamenten gemacht haben, und wenn der Beipackzettel sie nicht in Angst und Schrecken versetzt.

Eine völlig neue Erkenntnis - aber nur für einen Politikwissenschaftler und für einen Diplom-Psychologen. Alle anderen wussten es längst.

Captain Obvious on the Titanic.

Noch ein Ärztepranger

Der Patientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) wirbt für ein anonymes Melderegister für Arzt-Fehler.

Die Bundesärztekammer (BÄK) lehnt so etwas ab (u.a., weil die Landesärztekammern schon eine bundeseinheitliche Statistik führen), während Verbraucherzentralen und die Grünen enthusiastisch sind.

Ich könnte mir allerdings eine effizientere Lösung vorstellen. Das Melderegister könnte doch elegant mit den diversen Ärztebewertungsportalen verknüpft werden. Dann müsste das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden.

Unabhängig davon wäre ein zentrales Melderegister für Politikerpfusch auch nicht schlecht. Einen Einstieg bieten vorerst die Ermittlungen des Bundesrechnungshofes und die Pressemeldungen des Bundes der Steuerzahler.

Teures Bürokratie-Chaos

Da wir gerade bei den explodierenden Verwaltungskosten sind - die Zusatzbeiträge für Krankenkassen könnten die Kettenreaktion noch beschleunigen:

Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sieht noch ein weiteres Problem. „Es droht auch ein teures Bürokratie-Chaos, allein weil der Wechselnde ständig neue Versichertenkarten braucht.“

Wasem? Der Inhaber des Lehrstuhls für Medizin-Management der Universität Duisburg-Essen war einer der Konstrukteure des Fondsmodells. Er war auch aktiv beteiligt an der grottenschlechten Umsetzung der Regelleistungsvolumina.

Oder sie wollen mit dieser Finte den Online-Stammdatenabgleich über die "Gesundheitskarte" in den Markt drücken (und damit in die Arztpraxen verlagern). Zutrauen würde ich denen das ohne weiteres.