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Diese Politik macht arbeitsunfähig

Dem beigefügten Diagramm kann man zwanglos entnehmen, dass

  • die Zahl der AU-Tage während der Amtszeit der rot-grünen Koalition um 60 Prozentpunkte, die der AU-Fälle um fast 40 Prozentpunkte gestiegen ist
  • drei "Gesundheitsreformen" zwischen 1998 und 2002 zu einer besonders rasanten Zunahme der Arbeitsunfähigkeit geführt haben
  • die Amtseinführung von Gesundheitsministerin Schmidt zunächst einen stabilisierenden Effekt auf die Arbeitsfähigkeit zu haben schien
  • dieser Effekt aber unter Schwarz-Rot und während der Vorbereitung einer weiteren Reform verschwand und daher als Placebo-Effekt zu werten ist:

Wirklich deprimierend.

Ungereimtheiten im BMG

facharzt.de [ KV Bayerns nimmt Daten des Bundesgesundheitsministeriums auseinander ]

Im Kampf um die Deutungshoheit über die Honorarsituation hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) die Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) einmal genau unter die Lupe genommen. Im März hatte das BMG an alle Abgeordneten ein dickes Paket mit Material und Zahlen geschickt. Die KV bescheinigt dem Ministerium jetzt, viele methodische Ungereimtheiten einzusetzen, um zu belegen, dass Ärzte Spitzenverdiener seien.

Insgesamt stammten die vom BMG verwendeten Statistiken aus verschiedensten Quellen und Jahren, so dass sie nicht ohne weiteres im gleichen Kontext verwendbar seien, resümiert die Körperschaft. "Ebenso werden Begrifflichkeiten unterschiedlichster Art eingeführt, wie zum Beispiel Honorarumsätze, Einkommen, Praxisüberschuss, Reinertrag, anfallender Praxisaufwand, Betriebsausgaben, so dass die einzelnen Daten nur bedingt vergleichbar sind. Besonders wichtig: Die Ausführungen des BMG stellen die Situation vor Inkrafttreten der Reform dar, die von deutlich weniger Belastungen insbesondere süddeutscher Ärzte und Fachgruppen gekennzeichnet war.“

Die vollständige Analyse der KVB können Sie hier herunterladen.

Ärztelobby oder Anwalt der Patienten?

Immer wieder heißt es, es gebe eine mächtige Ärztelobby (nämlich die Kassenärztliche Vereinigung). Den wahren Auftrag dieser Vereinigung hat jetzt Gesundheitsministerin Schmidt enthüllt:

pnp.de

Wer die Kassenärztlichen Vereinigungen abschaffen will, muss sagen, wer sonst den Rechtsanspruch der Versicherten auf ambulante Behandlung zu jeder Tages- und Nachtzeit durchsetzen will.

Nochmal zum Mitschreiben: die Kassenärztlichen Vereinigungen setzen also den Rechtsanspruch der Kassenpatienten auf ambulante Versorgung durch. Rund um die Uhr. Sogar gegen den Rechtsanspruch auf adäquate Bezahlung der in ihrem Namen tätig werdenden Ärzte. Oder haben Sie schon mal einen KV-Mitarbeiter in der Patientenversorgung erlebt?

Danke, Frau Schmidt, dass Sie das so klar herausgearbeitet haben.