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Altersarmut mal anders

Das deutsche Rentensystem wird nach Ansicht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu massenhafter Altersarmut führen.

Arme Krankenkassenpensionäre: für sie fehlt das Geld. Wer für die fehlenden Milliarden aufkommen muss, ist angeblich umstritten. Möglicherweise müssen einzelne Kassen Insolvenz anmelden. Aber da sei der Gesetzgeber vor. 8,1 Milliarden Euro Miese bei der AOK? Die AOK insolvent? Niemals! Da sei die Gesundheitsministerin davor! Die trickst und täuscht, dass sich die Balken biegen. Sagt ihr Kollege Zöller.

15,5% durchschnittlicher Beitragssatz? Dass ich nicht lache...

Ab morgen lese ich aus dem Kaffeesatz

Soeben bei HealthCommentary gefunden:

As voids in health care provision are created (...), more masters’ level practitioners and non-MD/DO doctors are stepping up to provide the basic and essential health care. Often, they compete with physicians in the form of ‘turf wars’.

At the end of the 19th century (...), it was inconceivable for anyone but a physician to auscultate, take a blood pressure or start an intravenous line. Today, doctors have replaced these routine medical tasks with more technologic interventions (...). Will the next evolution of health care provision assign the first few iterations of general preventative medical care exclusively to non-physician professionals assisted by computer algorithms?

What is the likelihood that primary care medicine can sustain itself in its traditional gatekeeper role as it continues to experience flattened salaries, rising office costs, challenges from non-physician practitioners, the threat of ‘skimming’ from in-store clinics, and the spawning of more “specialists” that all reduce the numbers entering in general practice?

The un/underinsured must seek other means of care. The mystique of ancient and natural remedies, recent findings supporting certain homeopathic therapies, and of course, slick marketing. One must also consider that this largely ‘caveat emptor’ sector of health care is estimated to be a ten billion dollar industry and will certainly attract the profiteers. Complementary and Alternative Medicine will surely continue to attract more Americans as the access problems and payment nightmares intensify.

Was lerne ich daraus?

  1. Die Aldisierung der Medizin schreitet voran.
  2. Die Deprofessionalisierung des Arztberufes schreitet voran.
  3. Die Pauperisierung der Kranken schreitet voran.
  4. Die Profitmaximierung der "Gesundheitsindustrie" verhält sich umgekehrt proportional zur Verfügbarkeit von qualifizierten "Gesundheitsdienstleistungen".

Hauptsache, der Beitragssatz bleibt stabil.

Ab morgen lese ich aus dem Kaffeesatz. Meine Kranken outsource ich dann zu VirginHealthcare und gut ist.

Apropos 80 empfehlenswerte Krankheiten

Die hatte ich gestern im Schlußsatz meiner Linksammlung zu den aktuellen Beitragserhöhungen erwähnt. Worum geht es? Die gigantische Umverteilungsmaschinerie des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs wird auf eine neue Reise geschickt.

Der wissenschaftliche Beirat des Bundesversicherungsamtes hat jetzt sein wissenschaftliches Gutachten für die Auswahl von 50 bis 80 Krankheiten zur Berücksichtigung im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich vorgelegt (Sie können sich durch die Seiten des BVA über Fachinformationen>Risikostrukturausgleich>Weiterentwicklung durchklicken oder gleich hier den Frame ohne Seitennavigation aufrufen).

Ich zitiere:

Vom Jahr 2009 an sind im Risikostrukturausgleich als Risikomerkmal die Morbiditätsgruppen eines vom Bundesversicherungsamt festgelegten Versichertenklassifikationsmodells zu Grunde zu legen. Diese Morbiditätsgruppen werden zusätzlich zu den bisherigen Ausgleichsfaktoren im Risikostrukturausgleich (Alter, Geschlecht, Bezug einer Erwerbsminderungsrente) berücksichtigt. Das Versichertenklassifikationsmodell wird auf Grundlage von Diagnosen und Arzneimittelwirkstoffen Risikozuschläge ermitteln.

Wenn Sie die 148 Seiten gelesen haben, teilen Sie mir doch bitte mit, ob Sie dieses Verfahren für nachvollziehbar, transparent, gerecht, effektiv und effizient halten, oder ob Sie der Auffassung sind, dass hier lediglich autoerotische Bürokraten versuchen, ihre eigene Existenzberechtigung zu zementieren.

Die gescheiterte Gesundheitsreform

War es nicht Anspruch der letzten "Gesundheitsreform(en)", die Kassenbeiträge niedrig zu halten oder gar zu senken? Seit Jahresanfang überschlagen sich die Pressemeldungen mit immer neuen Hiobsbotschaften:

Millionen von gesetzlich Krankenversicherten müssen sich im kommenden Jahr auf deutlich höhere Kassenbeiträge einstellen. Vorstände mehrerer Krankenkassen und Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass der Beitragssatz mit der Einführung des Gesundheitsfonds Anfang 2009 auf bis zu 15,5 Prozent steigen wird.

Die Arbeitgeber werfen der Bundesregierung Versagen vor. Die Wirtschaft will den Gesundheitsfonds stoppen. Sogar der DFB DGB fordert den Stopp der "missglückten Gesundheitsreform". Die CSU stellt den Fahrplan zur Einführung des Gesundheitsfonds infrage. 93 Prozent der Kassenmanager lehnen den einheitlichen Beitragssatz für alle Krankenkassen ab. Die AOK macht den "politisch gewollten" Anstieg der Ärztehonorare ab 2009 für die Beitragserhöhungen verantwortlich.

Die Bundesregierung wiegelt ab und spricht Machtworte. Lauterbach warnt gar vor Panikmache und die Studie sei sowieso eine Frechheit.

Anlass der neuerlichen Diskussion war eine von der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) in Auftrag gegebene Studie. Deren Autor wiederum vermutet, dass sich jeder aus der Studie das herauspicke, was ihm am besten in den Kram passe.

Nun denn:

Ursache für die höheren Beiträge sind die höheren Personalkosten bei den Krankenkassen.

Die Studie selbst gibt es beim Münchner Institut für Gesundheitsökonomik. Damit Sie sich selbst ein Bild machen können. Und vorsorglich empfiehlt Ihnen der Wissenschaftliche Beirat beim BVA 80 finanzträchtige Krankheiten.

Hausarztversorgung zum billigen Jacob(s)

Der neue Hausarztvertrag zwischen der KVNO und dem Hausarztverband Nordrhein einerseits und AOK, IKK Nordrhein und Landwirtschaftlicher KK NRW andererseits wird abgeschlossen nach dem Motto: "Jetzt ist noch weniger drin!"

Billiglöhne für monströsen Mehraufwand

4 Euro, den Preis einer Packung Zigaretten, erhält der Hausarzt pro eingeschriebenem Patient für das Quartal, in dem der Patient behandelt wird. Nicht etwa für jedes Quartal wie im BEK-Vertrag, den die KVNO übrigens ablehnte, sondern nur für das, in dem der Patient in die Praxis kommt! Glaubte die KVNO, sie könne bessere Verträge abschließen, so hat sie erneut grandios versagt. Der neue Hausarztvertrag gleicht für die Vertragsärzte nicht einmal den Verlust durch die absinkende Quote im Individualbudget aus.

Freie Ärzteschaft