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Psychostress treibt Krankenstand

Nach Angaben des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen ist der Gesamtkrankenstand 2007 erstmals seit zwölf Jahren wieder leicht gewachsen. Seit Jahren nimmt die Zahl psychischer Erkrankungen aufgrund steigender Anforderungen am Arbeitsplatz zu, auch bei bei Akademikern und Managern: Erholungspausen sind weggefallen, der Zeitdruck nimmt zu.

Ständiger und schneller Wandel verbunden mit häufigen Unternehmensrestrukturierungen erhöhen die psychomentalen Anforderungen, psychisch bedingtes Krankheitsgeschehen nimmt weiter zu.

Financial Times 28.12.2007

Die AOK-Systems-Rabattverträge: Sozialgericht vs. OLG

Jetzt bin ich aber verwirrt:

Nach AOK-Angaben hat das Sozialgericht Stuttgart entschieden, dass Rechtsstreitigkeiten zu den Arznei-Rabattverträgen vor den Sozialgerichten auszutragen sind. In der Sache sei das Ausschreibungsverfahren 2008/2009 des AOK-Systems nicht zu beanstanden.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) hat (...) gegen die AOK-Rabattverträge entschieden. (...) Es wird festgestellt, dass das von der Vergabekammer ausgesprochene Zuschlagsverbot bis zu einem Beschluss des Vergabesenats gemäß § 121 GBW oder § 123 GWB – und zwar ungeachtet etwaiger anderslautender Entscheidungen der Sozialgerichte – fortdauert.“ Für ein abschließendes Urteil werde die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes abgewartet. Die Sozialgerichte könnten in der Sache hingegen nicht angerufen werden, heißt es.

Welche Gerichtsbarkeit ist denn jetzt zuständig? Wann einigen die sich? Ist das "AOK-System" öffentlicher Auftraggeber oder Wirtschaftsunternehmen? Was sagt eigentlich das Kartellrecht dazu? Wer stellt die Systemfrage?

Die Präventionsräterepublik

Das Gesundheitsministerium hat im November einen Referentenentwurf für ein neues Präventionsgesetz vorgestellt. Unter anderem sollen ein "Nationaler Präventionsrat" nebst Beirat sowie diverse "Regionale Präventionsräte" gegründet werden.

Deutschland auf dem Weg in die Räterepublik? Gar in den Rätekommunismus? Hat die Gesundheitsministerin ihr basisdemokratisches Herz für die Selbstverwaltung entdeckt?

Räte sind idealerweise demokratisch legitimiert und rechenschaftspflichtig. Das, was hier geplant ist, erweckt den Verdacht einer weiteren Bürokratie- und Postenvermehrung ohne ausreichende demokratische Legitimation. Dummerweise ist der Referentenentwurf irgendwie nicht auffindbar,

und das Ministerium ist abgetaucht:

Also kann man keine Details überprüfen.

Edit 27.12.2007: Natürlich ist das BMG nicht abgetaucht. Gesundheit Berlin hat nur den falschen Link hinterlegt und ich hab's nicht gemerkt. Mea culpa. Aber den Referentenentwurf gibt's da auch nicht.

Andere Ministerien sind von dem ominösen Entwurf gar nicht begeistert. Sie warnen  vor „erheblichen rechtlichen Schwierigkeiten“, verlangen eine „umfassende Überarbeitung und Ergänzung“ des Entwurfs und weisen auf verfassungsrechtliche Schwierigkeiten durch die geplante Mischverwaltung bei den Präventionsräten hin.

Schlafstörungen

Gibt es nicht mehr. Das heisst jetzt: nichterholsamer Schlaf! Gleichwohl leiden etwa 25% der Bevölkerung zumindest vorübergehend daran.

In psychiatrischen Praxen wird häufig über Ein- und Durchschlafstörungen oder über frühmorgendliches Erwachen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Tagesbefindlichkeit geklagt, denn bei den meisten psychischen Erkrankungen ist der Nachtschlaf gestört. Umgekehrt können Schlafstörungen zu psychischen Erkrankungen (Depression, Sucht) führen.

Die Leitlinie „Nichterholsamer Schlaf“ der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin soll helfen, den Umgang mit schlafgestörten Patienten zu erleichtern.

Am Anfang steht die Aufklärung über Schlaf-Wach-Rhythmik, Schlafbedürfnis und Schlaffähigkeit.

Das Bedürfnis nach Schlaf und die Schlaffähigkeit etwa variieren bei Gesunden zwischen 4 und 10 Stunden. Mit zunehmendem Alter werden die Tiefschlafanteile seltener, der Schlaf wird als leichter und störanfälliger empfunden. Manchmal besteht die unrealistische Erwartung, mit 80 Jahren noch 8 Stunden durchgehend und ungestört schlafen zu wollen. Solche und ähnliche Annahmen über "richtigen" Schlaf müssen korrigiert werden.

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