Ärzte sind in ihrem Handeln ausschließlich dem Patienten verpflichtet. Diese Verpflichtung ist nur unzureichend erfüllbar, wenn die Rezeptur von möglichen Vergünstigungen beeinflußt wird.
Auf die Problematik der Vorteilsannahme durch Ärzte ist außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in zahlreichen Artikeln aufmerksam gemacht worden. Hierzulande dagegen erscheint die ethische Fragwürdigkeit, größere Geschenke anzunehmen, trotz entsprechender Vorschriften unserer Berufsordnung, entweder nicht erkannt oder ignoriert zu werden.
Durch das 1997 in Kraft getretene Antikorruptionsgesetz wurden die bis dahin geltenden Straftatbestände weiter verschärft. Danach kann auch die Annahme sog. "Drittvorteile" unzulässig sein.
Ärzte in Baden-Württemberg, die ihre AOK-Patienten auf Medikamente umstellen, für welche die Krankenkasse Rabattverträge ausgehandelt hat, erhalten für die Umstellung eine Sondervergütung...
Na, das ist doch mal 'ne klare Ansage eines fröhlichen Bäckerburschen! Der kam neulich im Stern zu Wort.
Die Gesundheitswirtschaft kommt - Gesundheit wird zur Ware, Patienten zu Fällen, Operationen zu Stückkosten: "Wenn ich ein teures Großgerät kaufe, dann muss da alle zehn Minuten ein Fall durchgeschleust werden. Auch der Arzt muss sich, wie in der Industrie, einem Takt einfügen."
Beeindruckend immerhin: ein eine halbe Million Euro teures Großgerät wurde binnen vier Wochen geliefert. Und der Eingangsbereich wurde umgebaut: aus einem muffigen Kabuff wurde eine großzügige Lobby. Das Krankenhaus zahlt für Fortbildungen.
Wunschdenken entspricht nicht der praktizierten Wirklichkeit. Es ist eine Schande, wenn die Berliner Koalitionäre ohne Not ein Wahlkampfthema ausgraben – zweieinhalb Jahre vor dem Wahltermin. Mit der heißen Nadel gestrickt sind diverse Ideen, das Vorhaben zu finanzieren, beispielsweise durch eine von der SPD beabsichtigte Umverteilung durch Einfrieren: die SPD lässt jegliches Fingerspitzengefühl vermissen. Ganz haarsträubend wird die Argumentation, wenn Geld aus Schulen und Hochschulen abgezogen werden soll. Niemand kann ernsthaft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft wollen, die Menschen de facto bestraft. Wer Steuerzahler herabstufen und abkassieren will, der droht mit der Höchststrafe: das Land hat auf Dauer keine Zukunft.
Die Medien informieren uns unbestechlich, sachlich und hervorragend recherchierend: Kassenpatienten müssen beim Arzt länger warten. Die "Gesundheitskarte" wird Milliarden einsparen und völlig sicher sein.
Neulich bei Panorama: "Wer hier möglichst viele Frauen vergewaltigt, gewinnt." Dies entspricht genau dem Gegenteil der dargestellten Szene: Kommt es in GTA zum Sex zwischen zwei Spielfiguren, so geht dem eine Verabredung voraus, nach der die weibliche Figur ihren Verehrer "auf einen Kaffee" einladen kann. Von Vergewaltigung kann hier keine Rede sein. Im Kontext von "Panorama" wurde diese umgekehrte Aussage durch den Song "Rape Me" der Band Nirvana unterstrichen, der zu den GTA-Ausschnitten lief. Der Musiktitel wird jedoch mit dem Spiel nicht ausgeliefert.
Jetzt werden Sie Panorama-Berichte wie diesen hier gleich mit anderen Augen sehen. Hoffentlich.
Stellen Sie sich vor, sie können wegen einer Erkrankung ein paar Tage (Wochen, Monate) nicht arbeiten. Dann gibt's den gelben Schein. Ihr Arbeitgeber bekommt den Durchschlag - ohne Diagnose, versteht sich.
Findige Arbeitgeber haben jetzt herausgefunden, wie sie trotzdem eine gewisse Ahnung von Ihrem Leiden kriegen können. Sie sehen sich einfach das sogenannte Statusergänzungsfeld auf dem gelben Schein etwas näher an (hier grünlich markiert).