Gleichzeitig müssen wir verhindern, dass es sich finanziell lohnt, mehr kranke Patienten zu haben. (...) Aber wir nehmen das Gefühl von Kassenpatienten, zu lange auf einen Termin warten zu müssen, sehr ernst.
Einerseits soll also die Behandlung kranker Kassenpatienten verhindert werden, während andererseits die gefühlten Wartezeiten auf eben diese verhinderte Behandlung verkürzt werden sollen? Was soll das?
Ich sehe gerade: das betrifft nur Hausärzte. Und die Lösung heißt: Hausarztverträge mit Wartezeitgarantie. Da bin ich aber erleichtert. Das betrifft mich gar nicht. Deshalb zerbreche ich mir auch nicht weiter den Kopf über dieses verworrene Zeug.
Do ut des (lateinisch: Ich gebe, damit Du gibst) gehört zu den Prinzipien jeden sozialen Miteinanders
Ja, was denn jetzt?
Ausserdem sollte Herr Laumann, der "Fangprämien" künftig bestrafen will, seine eigene Position einmal reflektieren. Immerhin ist er einer derjenigen, die auf diversen Veranstaltungen so gern von der modernen Gesundheitswirtschaft träumen. Und in der Wirtschaft, wie in der Politik, sind Tauschgeschäfte doch an der Tagesordnung. Sie haben wohl nicht ganz zu Ende gedacht, Herr Laumann, was so alles passiert, wenn man die Medizin ökonomisiert.
Disclaimer: Ich habe noch nie von den im Rahmen der sektoralen Pflichtversorgung ohnehin zur Aufnahme verpflichteten Kliniken irgendwelche Fangprämien erhalten. Nur, damit das klar ist.
"Festhalten wollen am Gesundheitsfonds und die huldvolle Zusicherung, über Wettbewerb und Transparenz weiter sprechen zu wollen - das ist alarmierend und katastrophal wenig zum Thema Gesundheitspolitik!" Für Martin Grauduszus, den Präsidenten der 'Freien Ärzteschaft' (FÄ), stellt sich die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel "gleichermaßen als Affront und Brüskierung von Ärzten, Patienten und Versicherten dar."
Weniger als zwei Minuten zur Gesundheitspolitik ihrer knapp einstündigen Erklärung hätten nicht einmal Zeit geboten "für ein paar weitere Unverbindlichkeiten und Plattitüden", ironisiert der FÄ-Präsident, der zumindest die Auflistung der gesundheitspolitischen Eckpunkte aus der Koalitionsvereinbarung in Merkels Erklärung erwartet hätte.
Säumige Beitragszahler schulden den 184 gesetzlichen Krankenkassen rund 630 Millionen Euro. Dies geht aus einem Papier des GKV-Spitzenverbandes hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Berlin vorlag. Die Beitragsausfälle sind zwischen dem 1. April 2007 und dem 31. März 2009 entstanden.
Aus Sicht ihres Verbandes ist der von Union und SPD eingeführte „Versicherungsschutz für alle“ zwar politisch begrüßenswert. Die Inkassoproblematik und die Beitragssrückstände zeigten aber eine „unsachgemäße Lastverschiebung“ in die GKV. Diese Lasten sollte, so die Forderung an die neue schwarz-gelbe Regierung, der Bund als gesamtgesellschaftliche Aufgabe übernehmen
Noch ein Beispiel für die unsachgemäße (was für ein Wort!) Gesundheitspolitik der letzten Jahre. Oder, was fast noch schlimmer wäre, Frau S. und ihre Helfershelfer haben dieses Problem billigend in Kauf genommen.
Ach ja, und an die Adresse der Kassen:
Hört endlich auf mit diesen überzogenen Forderungen an die Solidargemeinschaft. Damit wollt ihr doch nur euer Marketing finanzieren. Wellnessreisen und so.
Das eigentliche Problem ist, dass der Fonds das Geld nach Maßstäben verteilt, die kaum nachvollziehbar sind. Und die Kriterien drohen künftig noch komplexer zu werden. Grund dafür ist der Verteilungskampf der Krankenkassen um die 170 Milliarden Euro, die der Fonds bereithält. Immer neue Details wollen die Kassen berücksichtigt wissen, um die Geldverteilung vermeintlich gerechter werden zu lassen. Dabei wird alles nur noch unübersichtlicher. Das System lädt mehr und mehr zu Missbrauch und Manipulation ein.